fbpx
Verena Hinteregger

Click "Enter" to submit the form.

Ziel erreicht, aber was kommt danach?

Wer seine Werte und Bedürfnisse kennt, der hat auch einen guten Grund, das zu tun, was getan werden muss, um seine Ziele zu erreichen. Aber warum brauchen wir überhaupt Ziele und welche Frage sollte man sich zumindest einmal ernsthaft gestellt haben, um zu erkennen, ob das angestrebte Ziel wirklich die „persönliche Erfüllung“ ist? Meine Gedanken, Erfahrungen und ein möglicher Blickwinkel:

Im April 2019 hatte ich beschlossen: Ich mach jetzt Triathlon! Wenn ich etwas wirklich will, dann geht das bei mir meistens recht schnell und ich weiß, was zu tun ist, um gut voran zu kommen. Ich bin auch auf jeden Fall ein Mensch, der ganz schnell von etwas begeistert sein kann, weil ich einfach von Natur aus neugierig und wissbegierig bin. Das Tolle am Triathlon ist für mich beispielsweise nach wie vor die Kombination aus drei Sportarten, die – wie ich finde – leicht zu erlernen und auch in meiner Heimat gut ausübbar sind. Faszinierend finde ich außerdem das ganze Drumherum: Atmosphäre, Stimmung, Gleichgesinnte, Musik, Vorbereitung in der Wechselzone, Fokus… Ich mag das aber auch, wenn sich am Tag eines Bewerbs alles um einen selbst dreht, vor allem deshalb, weil ich in meiner beruflichen Arbeit mit vielen Menschen kooperiere und auch oft auf mich selbst vergesse, um es meinen Kunden und Partnern recht zu machen. Das ist auch okay so. In der Bewegung/im Sport kann ich mal nur für mich selbst sein und darf mein Ego voll ausleben.

Seit Jahren! war ich also wieder schwimmen, ich lernte kraulen, fing damit an, auch wieder regelmäßig zu laufen und war bis dato noch nie so oft auf meinem Rennrad unterwegs, wie dieses Jahr. Ich fühlte mich aktiv, gesund, beweglich – einfach gut dabei. Nach wochenlangem Training hatte ich dann richtig Lust auf meinen ersten Sprinttriathlon. Die Vorbereitung und vor allem die Stunden vor dem Bewerb waren eine unglaubliche Erfahrung für mich, sodass ich richtig motiviert an den Start ging. Die genauen Ausschnitte während meines Triathlons erspare ich dir aber, denn „lustig“ ist für mich halt auch was anderes. Zwinkersmiley.

Jedenfalls, im Ziel angekommen war ich einerseits erleichtert andererseits nicht wirklich zufrieden. Ich verstand gar nicht was los war. Ich hatte mein Ziel erreicht und nicht nur das: Ich hatte mein Ziel auch in meiner Wunschzeit erreicht. Trotzdem war ich nicht wirklich zufrieden. Deshalb beschloss ich zwei Wochen darauf wieder an einem Sprinttriathlon teilzunehmen, weil ich dachte, zufriedener zu sein, wenn ich schneller wäre. Erneut erreichte ich mein Ziel weit unter meiner Wunschzeit, aber so ein richtiges Glücksgefühl empfand ich nicht. Das störte mich so sehr, dass ich dem Ganzen wieder einmal auf den Grund gehen wollte, denn eines war mich nicht ganz klar: Wenn mich das Erreichen eines Ziels nicht glücklich macht, wieso brauche ich dann überhaupt Ziele?

Ziele geben uns Halt, Orientierung und idealerweise auch die erwünschte Zufriedenheit.

Aber welche Frage sollte man sich denn nun zumindest einmal ernsthaft gestellt haben, um zu erkennen, ob das angestrebte Ziel wirklich die persönliche Erfüllung ist? Die Antwort konntest bereits in der Headline ablesen: Ziel erreicht, aber was kommt danach?

Ich wusste nicht, was nach meinen beiden Sprints sein soll, deshalb hatte ich auch kein gutes Gefühl, als ich im Ziel angekommen war. Bei beiden Bewerben erging es mir gleich. Sicher bin ich nach wie vor stolz, in einer so kurzen Zeit gleich zwei Bewerbe in einer für mich persönlich ausgezeichneten Zeit absolviert zu haben, aber ganz offen und ehrlich konnte ich erst vor kurzem zu mir selbst sein, da ich mir eine Auszeit vom Sport (Ruhephase) nahm, um herauszufinden, was es denn ist, das mir wirklich Freude bereitet.

Mir wurde bewusst, dass es mir bei all meinen Zielen nicht darum gehen soll, schnell ein Ziel zu erreichen oder eben eine Strecke in einer gewissen Zeit zu absolvieren, es ergibt auch wenig Sinn für mich, besser als andere zu sein und es braucht mir auch nicht darum gehen, anderen etwas zu beweisen oder gar Erwartungen zu erfüllen, die andere an mich stellen. Ich habe ein bisschen mehr verstanden, dass es mir nicht nur im Triathlon, sondern in allen Lebensbereichen (Job, Partnerschaft, Kreativität, Umfeld, Freizeit etc.) um einen bestimmten Gefühlszustand geht.

Bei allem, was ich in meinem Leben bewusst mache, möchte ich mich zufrieden, gesund und frei fühlen.

Diese für mich sehr wichtige Erfahrung, und nicht nur die weisen Worte, die ich immer wieder lese, aber bis dato selbst nicht er- und gelebt hatte, der Weg sei das Ziel, durfte ich ganz klar in diesem halben Jahr machen. Mitgrund für diese Erkenntnis ist sicherlich auch die Ausbildung zur Dipl. Mentaltrainerin, die ich momentan mache. In Zukunft möchte ich mich noch mehr mit dem Thema Zielfindung, Mentaltraining im Alltag und Sport, Bewusstsein und An- und Entspannung (Techniken) beschäftigen und selbstverständlich auch mein Wissen mit dir teilen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich durch meine Entscheidungen lernen darf und vor allem diese bewusste Wahrnehmung – in Hinblick auf meine Gefühle in Verbindung mit Zielen -, die mir bei meinen zukünftigen Vorhaben die notwendige Freude am Tun geben wird.

Das wünsche ich auch dir. Danke für deine Zeit!

Do things before you are ready!

Deine Verena

Hinterlasse mir gerne deine Gedanken zu diesem Beitrag.

VERENA HINTEREGGER © 2020  |  Website homemade with love