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Verena Hinteregger

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Freiheit: Tun, was man mag

Warum tust du eigentlich, was du tust? Ich habe mir dazu mal ein Video angesehen, indem ein Speaker darin meinte: „Auf die Frage, warum ein Kind tut, was es tut, antwortet es in den meisten Fällen mit: Sohalt!“ In einem anderen Beitrag zu diesem Thema fielen mir vorher die Augen zu, bevor ich das Ende des Textes „Wie man sein Warum findet und wie man es mit Argumenten unterstreicht und beschreibt“ erreicht hatte. Ja aber wieso tut man als erwachsener Mensch eigentlich das, was man tut? Einfach sohalt?

Ich treffe regelmäßig auf Menschen, die denken, sie müssten immer das Gleiche tun, um ein erfolgreicher, zufriedener, reicher Mensch zu werden. Zu werden? Wenn wir genauer hinsehen, sind wir all das bereits. Vor Kurzem fiel mir ein Buch in die Hände, welches mir ein Stück mehr die Augen öffnete. Es widmet sich dem Thema Vielseitigkeit an Interessen – einem Persönlichkeitsmerkmal, welches bis dato leider ganz oft als Schwäche oder gar Unentschlossenheit abgestempelt wird. Aber ist es das wirklich?

Nach den ersten Seiten wurde mir bewusst, dass es – wie immer im Leben – eine Art und Weise zu denken ist, die uns einschränkt oder tolerant macht. Toleranz gegenüber anderen, aber vor allem gegenüber sich selbst. Ich denke, dass wir ganz oft sehr streng zu uns selbst sind. Wir erlauben uns nicht, so zu sein, wie wir sein wollen. Erwartungen von außen, aber auch an uns selbst, schränken uns ein. Wir tun nicht immer das, wonach wir gerade Lust haben. Okay, schon klar, ich höre bereits eine Stimme von ganz hinten im Kopf schreien: „Das geht doch nicht und wo würden wir denn da hinkommen, wenn das jeder tun würde?!?!“ Mimimi… wie hat Dieter Lange mal in einem seiner Vorträge gesagt (Zitat von Kurt Marti – Schweizer Pfarrer, Schriftsteller und Lyriker):

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

Tun, was man mag. Sein, wie man will. Das bedeutet Freiheit für mich. Vor einigen Tagen habe ich mit meiner Mutter über Vielseitigkeit, Freiheit und Freude am Tun gesprochen. Sie bestätigte mir, dass ich beispielsweise immer schon gerne aus der Reihe tanzte. Es ist nun zwar nicht so, dass ich extrem auffällig war/wäre, aber dennoch wurde mir – und wird mir nach wie vor – immer wieder Sprunghaftigkeit oder Unzuverlässigkeit zugeschrieben, auch als Traumtänzerin durfte ich mich betiteln lassen. Kann sein, dass das ein bisserl mit meinem Blognamen zusammenhängt. Zwinkersmiley. Als ich so 17/18 Jahre als war, begann ich damit, mein Essen abzufotografieren. Warum? Einfach so eigentlich und daraus ergab sich dann die Idee für ein Kochbuch, das „Aundast Gsund Kochbuch“. Nahrungsmittel sind wundervoll, Essen ist ein Genuss, ich mag das, mit Liebe zu kochen und anzurichten. Es ist für mich eine von mehreren Arten, meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Damals fanden das sehr viele Menschen lächerlich, heute macht’s beinahe jeder…

Ist im Grunde auch voll schön, wenn es aus dem Herzen kommt. Darum geht’s für mich auch, wenn ich meinen Interessen nachjage und mal wieder was komplett Neues ausprobiere. Ich spüre in mich hinein und merke, dass alles, was ich noch nicht kenne, unbeschreiblich aufregend ist. In mir wird etwas ausgelöst, was mich reizt. Ich kann das oft gar nicht sagen, was es ist, aber ich bin Feuer und Flamme und könnte alles mögliche zu einem Thema verschlingen. Diese hochkonzentrierte Dosis an Neugierde und Begeisterung hält allerdings nicht lange an, denn sobald ich ein Thema so ungefähr durchschaut habe, wird mir langweilig und ich suche nach neuen Herausforderungen. Es ist aber nicht so, dass ich nicht mehr mag, weil etwas anstrengend ist oder gar stressig. Ganz im Gegenteil. Meistens ist es so, dass ich einfach gelangweilt bin, weil ich den Stress nicht mehr als Stress empfinde und/oder die Gewohnheit eintritt und ich fast ins Boreout (Gegenteil von Burnout) falle, weil es da einfach nichts mehr gibt, was meine Seele nährt.

Für mich bedeutet Freiheit auch, jeden Tag neu entscheiden zu können, wie ich sein und was ich tun will. Heute habe ich Lust auf Triathlon, morgen will ich meditieren, nächste Woche mach ich einen Strickworkshop und dann geht’s mit dem Rad auf 2000m rauf, gestern war ich Frida Kahlo Fan, heute fasziniert mich Lauren Singer, vor einem Jahr war ich unglaublich verliebt in Matcha- und Kurkumalatte zum Frühstück, seit einem Monat habe ich einen Kaffee-Gusto, dass die Hälfte auch reichen würde. Ich liebe Kerzenschein, ruhige Musik und Räucherstäbchen, bin aber nicht schwer zu überreden, wenn es darum geht, das Leben zu feiern. Ich mag es, meiner Seele zuzuhören und ihrer Stimme zu folgen. Für mich ist das – mittlerweile – ganz normal. 2020 beginne ich mit meiner Diplomarbeit zur Mentaltrainer Ausbildung. Sie wird sich den Themen Vielseitigkeit, Freiheit und Lebensfreude in Verbindung mit Mentaltraining widmen. Möglicherweise wird sie auch veröffentlicht. Mal schauen, ich halte es mir frei. Abschließende Frage: Bist du auch eine Scannerpersönlichkeit?

 

Do things before you are ready!

Deine Verena

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